3. Schul- und Unterrichtsassistenzen

Forum profilQ vom 10. Mai 2017

 

Immer mehr Schweizer Schulen beschäftigen angestellte und entlöhnte Assistenzpersonen mit einem in der Regel unbefristeten oder auf eine längere Dauer angelegten Vertrag. Ein Trend, der allerdings durch eine Art Wildwuchs gekennzeichnet ist – der sich neu herausbildende Beruf ist in keiner Weise im Schweizer Bildungssystem geregelt und verankert.  

Die Gründe für den vermehrten Einbezug von Assistenzpersonen sind vielfältig: Integration von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf, zeitliche Vorverlegung der Eingangsstufe, integrierte Tagesstrukturen, übergrosse heterogene Klassen mit zum Teil vielen, die Schulsprache nicht sprechenden Kindern, Abbaumassnahmen, Personalknappheit bei den SHP, gestiegene Anforderungen an Sicherheitsmassnahmen (Schwimmunterricht, Strassenverkehr, Exkursionen etc.). 

Assisistenzpersonen übernehmen von den Lehrpersonen delegierte Aufgaben im Unterricht, begleiten einzelne Schüler und Schülerinnen, arbeiten in Tagesstrukturen mit, erledigen Aufgaben im Bereich der Dokumentation und helfen bei der Aufsicht. Mit ihrem Einsatz entlasten sie die Lehrpersonen, gewährleisten ein Mehraugenprinzip, unterstützen die schulische Inklusion durch Hilfeleistungen bei  Gruppen- und Einzelarbeiten und entspannen zeitintensive Alltagssituationen (z.B. Anziehen, Schuhe binden).

Die überwiegende Anzahl Assistenzpersonen sind Frauen, sie stammen aus unterschiedlichen Berufen, und ihre Anstellungsverhältnisse variieren stark. Je nach Bedarf der Schule oder Gemeinde sind sie befristet oder unbefristet angestellt, meist befinden sie sich in prekären Arbeitssituationen. Sie werden häufig mit Kurzkursen an Hochschulen ohne weitere berufliche Perspektiven über Jahre hinweg angestellt.

Wichtigste Herausforderung für die Zukunft wird es sein, die Assistenzpersonen im Schweizer (Berufs-)Bildungssystem zu etablieren. Im Vordergrund steht dabei die Klärung und Regelung von Bezeichnung, Aufgaben, Qualifikation, Aus- und Weiterbildung sowie Entlohnung.

Chancen und Herausforderungen beim Einsatz von Assistenzpersonen
Inputreferat von Bea Zumwald, PHSG, Leiterin des SNF-Forschungprojekts „Kooperation von Lehrpersonen und Assistenzpersonen im Unterricht der Regelschule (KoPrAss)“

Arbeitspapier zum Forum profilQ; Ausführliche Dokumentation der Ergebnisse des Forums vom 10. Mai 2017

Am 18. Januer 2018 fand auf Einladung von profilQ ein Runder Tisch statt, an dem Vertreterinnen und Vertreter der EDK, der beiden Verbände LCH und VSLCH, von Pädagogischen Hochschulen und Schulbehörden mögliche Entwicklungsschritte diskutierten.

 

Unterlagen zum Thema

 

Empfehlungen, Reglemente, Pflichtenhefte

Assistenzpersonen im Schulbereich
Empfehlungen der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH

Kanton Aargau
Anstellung von Assistenzpersonen und externen Fachpersonen
Eine Handreichung des Departements Bildung, Kultur und Sport

Kanton Bern
Klassenhilfen im Kindergarten
Mit Hinweisen zu Anstellung und Pflichtenheft

Kanton Luzern
Merkblatt für Schulleitung und Schulbehörden
Anstellung und Besoldung von Klassenassistent/innen

Kanton St. Gallen
Variantenkatalog Betreuung

Kanton Thurgau
Assistenzpersonen: Orientierungshilfen des Amtes für Volksschulen

Kanton Zürich
Schulassistenz, Empfehlungen der Bildungsdirektion

 

Stellungnahmen

Kein missbräuchlicher Einsatz von Assistenzpersonal an Schulen
Positionspapier des LCH

Klassenhilfen – Entlastung für Lehrpersonen
Positionspapier des ZLV

 

Beispiele aus dem Ausland

Job profile: Teaching Assistant Beispiel aus Grossbritanien
How teaching assistants can make a real difference in the classroom The Guardian
Teaching assistant interview: potential questions Bewerbungsgespräch